Wenn sich der Abfluss immer wieder zusetzt oder das Abwasser spürbar träge abläuft, kommt man mit Raten nicht weiter. Worauf es ankommt: Eine Kanalinspektion mit Kamera macht sichtbar, was tatsächlich im Rohr passiert – und das ganz ohne Aufgraben. Eine Kamerabefahrung zeigt, was im Rohr erkennbar wird, und in bestimmten Fällen kommt die Dichtheitsprüfung hinzu. Für ein belastbares Angebot am Telefon helfen Angaben wie der Zugang zur Leitung, wann zuletzt gereinigt wurde und welche Symptome auftreten.
Was ist eine TV-Kanalinspektion?
Bei einer TV- oder Kamera-Inspektion wird eine kompakte, wasserdichte Kamera durch die Abwasserleitung geschoben oder gefahren. Das Live-Bild landet auf einem Monitor, womit sich der Rohrzustand von innen beurteilen lässt – vom Hausanschluss bis dorthin, wo die Leitung in den öffentlichen Kanal übergeht. Für kürzere Hausleitungen sitzt die Kamera auf einem biegsamen Schiebestab, bei größeren Durchmessern kommt ein fahrbarer Wagen zum Einsatz.
Statt eine komplette Leitung aufzugraben, fährt die Kamera die Strecke ab und bestimmt die schadhafte Stelle metergenau. Viele Geräte nehmen die Fahrt auf und erfassen die Entfernung – so ist im Nachgang nachvollziehbar dokumentiert, an welcher Position der Schaden sitzt und wie er aussieht.
Was kann man durch eine Kamerainspektion erkennen?
Die Kamera deckt Ablagerungen und bauliche Schäden auf, die von außen gar nicht zu ahnen sind. Gerade bei wiederkehrenden Verstopfungen sitzt die Ursache häufig tiefer als vermutet – und selten genau dort, wo das Wasser steht.
- Fett- und Kalkablagerungen, die den Querschnitt verengen
- Wurzeleinwuchs, der über Rohrverbindungen in die Leitung vordringt
- Rohrbrüche, Risse und abgesackte Rohrabschnitte
- versetzte Muffen und verschobene Rohrstücke
- Fremdkörper wie Bauschutt, Tücher oder Mörtelreste
- Unterbögen, in denen dauerhaft Wasser und Schlamm zurückbleiben
Oft stellt sich heraus, dass ein einziger Schaden gleich mehrere Symptome erklärt. Ein abgesackter Rohrabschnitt etwa verlangsamt das Wasser, Feststoff setzt sich genau dort ab, und ebenda verstopft es immer wieder. Die Kamera macht neben der Verstopfung auch die bauliche Ursache dahinter sichtbar.
So läuft die Kamerabefahrung ab
In der Praxis folgt eine Inspektion einem klaren Ablauf. Je nach Zustand der Leitung steht zuerst die Reinigung an, denn durch ein stark zugesetztes Rohr erkennt auch die beste Kamera nichts.
Ablauf einer Kanalinspektion
- Zugang und VorgesprächWir klären, über welchen Zugang die Leitung erreichbar ist – etwa Revisionsschacht oder Reinigungsöffnung – und was konkret untersucht werden soll.
- Vorreinigung bei BedarfSteckt die Leitung voller Fett oder Schlamm, wird zunächst per Hochdruckspülung gereinigt. Erst eine saubere Rohrwand gibt ein aussagekräftiges Kamerabild her. Bei lange nicht gewarteten Leitungen bringt eine Befahrung ohne vorheriges Spülen oft wenig.
- KamerabefahrungDie Kamera wird eingeführt und Meter für Meter durch die Leitung geführt. Der Techniker bewertet das Bild live und dokumentiert auffällige Stellen mit Entfernungsangabe.
- Befund und DokumentationSchäden werden geortet und aufgezeichnet. Sie bekommen eine Einschätzung, ob eine Reinigung genügt oder eine Sanierung nötig wird.
Dichtheitsprüfung: wann sie dazukommt
Die Kamera zeigt, wie eine Leitung aussieht – ob sie wirklich dicht ist, aber nicht zwangsläufig. Ein feiner Riss oder eine undichte Verbindung ist auf dem Bild nicht immer klar zu erkennen. Genau hier setzt die Dichtheitsprüfung an: Sie belegt, ob Abwasser aus der Leitung austritt oder Grundwasser eindringt. Dafür wird der zu prüfende Abschnitt abgesperrt und mit Wasser oder Luft unter definiertem Druck gesetzt – hält der Druck, ist die Leitung dicht.
Besonders sinnvoll ist eine Dichtheitsprüfung in diesen Fällen:
- beim Immobilienverkauf oder nach einer Sanierung
- bei Verdacht auf eine undichte Leitung
- wenn eine Behörde einen Nachweis fordert
Die Kanal-TV-Inspektion liefert dazu die Dokumentation, die Dichtheitsprüfung das messbare Ergebnis.
Kamera-Inspektion und Dichtheitsprüfung im Vergleich
Kamera-/TV-Inspektion
- zeigt den sichtbaren Zustand von innen
- ortet Schäden metergenau
- liefert Bild- und Video-Dokumentation
- sagt nicht sicher, ob die Leitung dicht ist
Dichtheitsprüfung
- prüft mit Druck, ob etwas aus- oder eintritt
- liefert einen messbaren Nachweis
- oft für Verkauf oder Behörde gefordert
- zeigt nicht, wo genau der Schaden sitzt
Praxisfall: Verstopfung trotz Reinigung
Ein typisches Beispiel aus dem Alltag: Der Abfluss wird gereinigt, läuft einige Wochen frei – und setzt sich dann an genau derselben Stelle wieder zu. Das ist fast immer ein Signal dafür, dass die Ursache baulich ist und nicht in einer losen Ablagerung steckt. Die Reinigung beseitigt dann das Symptom, nicht aber den Grund.
Klarheit bringt erst die Kamerabefahrung. Oft steht ein abgesackter Rohrabschnitt oder ein Wurzeleinwuchs an einer Muffe dahinter. Ist die Ursache erkannt, lässt sich gezielt entscheiden: Genügt eine gründliche Spülung oder ist eine Sanierung die dauerhaftere Lösung? Mit der grabenlosen Sanierung per Kurzliner oder Spraycoating lässt sich so mancher Schaden sogar ohne Aufgraben beheben.
Wiederholte Verstopfungen an derselben Stelle haben meist eine bauliche Ursache.
Warum ist die Kanalinspektion sinnvoll?
Das bringt Ihnen die Inspektion
Eine Kanalinspektion ermöglicht eine gezielte statt einer flächigen Freilegung: Statt eine Leitung auf Verdacht freizulegen oder sie immer wieder zu reinigen, wird gezielt dort angepackt, wo das Problem tatsächlich liegt. Die Dokumentation ist zugleich ein belastbarer Nachweis – etwa gegenüber Käufern oder Behörden.
Als regionaler Fachbetrieb für Privat, Gewerbe und Kommunen sind wir in Hünstetten, Idstein und im Rhein-Main-Gebiet im Einsatz und schnell vor Ort. Unsere Erfahrung reicht bis 1999 zurück; als eigenständiger Fachbetrieb sind wir seit 2014 am Markt. Bei akuten Fällen erreichen Sie den Notdienst rund um die Uhr.



