Stehendes Duschwasser oder Kanalgeruch im Keller deuten fast immer auf den Geruchsverschluss hin. Meist ist er entweder mit Haaren und Schlamm verstopft, oder sein Sperrwasser ist verdunstet. Beides können Sie oft selbst beheben. Drückt bei Starkregen dagegen Wasser aus dem Kanal zurück, schützt nur ein Rückstauverschluss.
Aufbau eines Bodenablaufs: was unter dem Gitter liegt
Bei den meisten Modellen nehmen Sie die Bauteile unter dem Ablaufgitter ohne Werkzeug heraus. Im Bad ist der Ablauf zusätzlich an die Abdichtung unter dem Fliesenbelag angeschlossen. Im Keller ist er häufig mit einem Rückstauschutz kombiniert.
Bauteile eines Bodenablaufs auf einen Blick
| Bauteil | Aufgabe | Was Sie selbst tun können |
|---|---|---|
| Ablaufgitter (Rost) | Fängt grobe Partikel ab und ist begehbar | Abnehmen und abbürsten |
| Aufsatzstück | Passt sich der Höhe des Fußbodens an und nimmt das Gitter auf | Haare und Schlamm am Rand entfernen |
| Siphon/Geruchsverschluss | Sperrwasser blockiert Kanalgase | Herausnehmen, ausspülen, Dichtung prüfen |
| Grundkörper mit Abgang | Führt das Wasser zur Grundleitung | Nur oberflächlich reinigen |
| Rückstauklappe (falls verbaut) | Verschließt bei Rückstau aus dem Kanal | Gangbar halten, Wartung durch einen Fachbetrieb |
Das zentrale Bauteil ist der Geruchsverschluss. Er funktioniert nur, solange ausreichend Wasser darin steht. An genau dieser Stelle setzen sich vor allem Haare und Sand ab. Im Keller kommt in der Regel noch Bodenschmutz hinzu.
Verstopfter Bodenablauf: Schritt für Schritt zur Lösung
Wenn Wasser auf dem Boden stehen bleibt oder nur langsam abfließt, sitzt die Verstopfung meistens im Geruchsverschluss oder kurz dahinter.
So reinigen Sie den Bodenablauf selbst
- Schritt 1: Kein weiteres Wasser einleitenHalten Sie die Waschmaschine an und verzichten Sie vorerst aufs Duschen. Prüfen Sie im Keller, ob auch das Waschbecken oder die Toilette schlecht abläuft. Trifft das zu, liegt die Ursache weiter unten in der Grundleitung. Zusätzliches Abwasser kann dann am Bodenablauf nach oben drücken.
- Schritt 2: Gitter und Einsatz entnehmenNehmen Sie das Gitter ab und ziehen oder drehen Sie den Einsatz des Geruchsverschlusses heraus. Halten Sie Handschuhe und einen Eimer bereit. Stehendes Wasser schöpfen Sie mit einem Becher oder einem Schwamm ab.
- Schritt 3: Haare und Schlamm von Hand beseitigenSchrubben Sie den Einsatz unter fließendem Wasser sauber. Rückstände im Grundkörper holen Sie mit dem Handschuh oder einem Haarfanghaken heraus. Kontrollieren Sie den Dichtungsring auf Risse.
- Schritt 4: Nachspülen und Sperrwasser auffüllenBauen Sie alle Teile wieder ein und gießen Sie zügig einen Eimer Wasser nach. Fließt das Wasser ungehindert ab und steht danach wieder Wasser im Geruchsverschluss, hält der Ablauf Gerüche wieder zuverlässig zurück.
Hilft ein Pömpel beim Bodenablauf?
Ein Pömpel bringt hier nur begrenzt etwas. Auf einem flachen Bodenablauf schließt die Gummiglocke nicht gut ab. Solange der Geruchsverschluss eingesetzt ist, verliert sich der Druck zudem an dessen Tauchglocke. Wenn Sie es probieren möchten, nehmen Sie zuerst den Einsatz heraus. Lassen Sie etwas Wasser über der Öffnung stehen und arbeiten Sie mit kurzen, kräftigen Zügen. Das Ziehen löst dabei mehr als das Drücken. Hat Ihr Ablauf eine eingebaute Rückstauklappe, lassen Sie den Pömpel besser weg, denn die Klappe ist empfindlich. Tut sich nach ein paar Versuchen nichts, sitzt die Verstopfung weiter unten. Weiteres Pumpen drückt sie dann oft nur fester.
Natron und Essig: sinnvoll oder nicht?
Der Ablauf nimmt durch diese Mischung keinen Schaden, viel bewirkt sie aber auch nicht. Beim Zusammenschütten bildet sich Kohlendioxid, das aufschäumt. Dabei heben sich Natron und Essig gegenseitig auf. Die Wirkung ist daher vor allem mechanisch: Der Schaum löst leichte Beläge. Ein Haarknäuel im Geruchsverschluss oder Sand und Schlamm im Kellerablauf bekommen Sie damit kaum heraus. Dort kommen Sie weiter, wenn Sie den Einsatz herausnehmen und von Hand säubern.
Hausmittel und Werkzeuge am Bodenablauf
Sinnvoll
- Natron und Essig allenfalls bei leichten Belägen
- Heißes Wasser bei modernen HT-Rohren, die etwa 90 °C dauerhaft aushalten
- Gitter und Einsatz mechanisch reinigen
- Haarsieb auf dem Duschablauf zur Vorbeugung
Besser lassen
- Chemische Abflussreiniger, vor allem in Kombination mit Hausmitteln
- Kochendes Wasser bei alten PVC-Leitungen
- Mit Draht oder Stangen gegen die Rückstauklappe stoßen
- Natron und Essig bei kompletter Verstopfung, da der Schaum nicht abfließen kann
Bodenablauf trocknet aus: Ursachen und Abhilfe
Wenn es im Keller nach Kanal riecht, obwohl der Ablauf frei ist, fehlt in den meisten Fällen das Sperrwasser. In wenig genutzten Kellerräumen oder beheizten Hauswirtschaftsräumen verdunstet es innerhalb einiger Wochen. Anschließend steigen Kanalgase ungebremst auf. Schütten Sie alle paar Wochen einen halben Eimer Wasser in den Ablauf und machen Sie daraus einen festen Termin.
Ist der Geruchsverschluss schon nach wenigen Tagen leer, hat das andere Gründe. Möglich ist eine beschädigte Dichtung am Einsatz, durch die das Wasser wegsickert. Denkbar ist auch Unterdruck in der Leitung: Laufen große Wassermengen aus anderen Anschlüssen ab und ist die Leitung nicht ausreichend entlüftet, kann der Geruchsverschluss leergesaugt werden. Für Abläufe, die kaum Wasser bekommen, gibt es Einsätze mit zusätzlicher Membran oder Schwimmer. Diese dichten auch ohne Sperrwasser ab. Ob ein solcher Nachrüsteinsatz in Ihren Ablauf passt, hängt vom Hersteller und von der Nennweite ab.
Riecht es nur an einem Ablauf, liegt es meist an dessen Geruchsverschluss. Riecht es an mehreren Stellen im Haus zugleich, deutet das eher auf ein Problem in der Leitung oder ihrer Entlüftung hin.
Zusätzlicher Schutz mit einem Rückstauverschluss
Ein Kellerablauf befindet sich fast immer unterhalb der Rückstauebene. Diese entspricht meist der Höhe der Straßenoberkante an der Anschlussstelle. Füllt sich der öffentliche Kanal bei starkem Regen, drückt das Wasser über die Hausanschlussleitung zurück. Es kommt am tiefsten Punkt im Gebäude heraus, also genau am Bodenablauf. Aus diesem Grund fordern die einschlägigen Normen wie die DIN 1986-100 für Abläufe unterhalb der Rückstauebene einen Rückstauschutz.
Bei Bodenabläufen erledigt das meistens ein Rückstauverschluss. Seine Rückstauklappe schließt von selbst, sobald Wasser aus dem Kanal zurückdrückt. Viele Modelle besitzen außerdem einen Notverschluss, den Sie per Hand schließen können. Ein solcher Verschluss sichert nur diesen einen Ablauf. Jeder weitere Anschluss im Keller benötigt einen eigenen Schutz. Für fäkalienhaltiges Abwasser gelten strengere Vorgaben. Je nach Lage sind dann spezielle Rückstauverschlüsse oder eine Hebeanlage erforderlich. Rückstauverschlüsse müssen regelmäßig geprüft und gewartet werden. Eine Klappe, die nach Jahren verklemmt oder verschmutzt ist, schließt im Ernstfall nicht.
Bodenablauf bei Starkregen kontrollieren
In den Hanglagen des Taunus und in Orten wie Hünstetten oder Idstein bringen Sommergewitter häufig in kurzer Zeit große Wassermengen. Prüfen Sie den Ablauf deshalb vor Beginn der Gewittersaison im Frühsommer.
- Befreien Sie Gitter und Einsatz von Laub, Sand und Haaren, vor allem am Ablauf vor der Kelleraußentreppe.
- Testen Sie, ob die Rückstauklappe leichtgängig ist, und schließen und öffnen Sie den Notverschluss zur Probe.
- Schließen Sie bei einer Unwetterwarnung den Notverschluss und verwenden Sie währenddessen keine Kellerabläufe.
- Öffnen Sie den Verschluss nach dem Regen wieder, damit sich Ihr eigenes Abwasser nicht staut.
- Lagern Sie keine Gegenstände direkt neben dem Ablauf.
Steigt trotz geschlossener Klappe Wasser auf oder kommt wiederholt Schlamm nach, steckt die Ursache meist in der Grundleitung. Häufig sind Wurzeln oder abgesackte Rohrabschnitte verantwortlich. Mit einer Kanal-TV-Untersuchung lässt sich die Ursache klären, bevor an der falschen Stelle repariert wird.





